Große Waschmaschine mit der Aufschrift New Work in einem modernen Büro mit vielen Pflanzen und Mitarbeitern.

New Work Washing

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New Work verspricht eine Revolution der Arbeitswelt mit flexiblen Arbeitsmodellen und einer menschenzentrierten Unternehmenskultur. Oft bleibt es jedoch bei oberflächlichen Änderungen. „New Work Washing“ beschreibt die Praxis, modernen Wandel vorzutäuschen, ohne echte Verbesserungen für Mitarbeiter umzusetzen. Dieses Phänomen verschleiert die tatsächlichen Arbeitsbedingungen und führt zu einer Diskrepanz zwischen Unternehmensdarstellung und Realität. Der Artikel erklärt, was New Work Washing ist, wie es erkannt wird und welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um echte Veränderungen zu bewirken

Was ist New Work Washing?

Definition

New Work Washing bezeichnet die Praxis, bei der Unternehmen vorgeben, moderne und innovative Arbeitsmethoden nach dem Prinzip von New Work einzuführen, jedoch tatsächlich nur oberflächliche oder symbolische Änderungen umsetzen. Diese Maßnahmen dienen in erster Linie der Verbesserung des Images und der Außendarstellung des Unternehmens, ohne dass dabei echte und nachhaltige Verbesserungen für die Mitarbeiter erreicht werden. Statt umfassender Reformen und einer echten Transformation der Arbeitskultur werden oft nur kosmetische Anpassungen vorgenommen, die den Anschein von Modernität und Fortschritt erwecken sollen, während die grundlegenden Strukturen und Probleme unverändert bleiben.

Eine Gruppe von Menschen sitzt in einem modernen, grünen Büro und arbeitet zusammen. Das helle, offene Raumdesign mit großen Fenstern und vielen Pflanzen verkörpert die Zukunft der Arbeit.

New Work Washing:

  1. Symbolische Maßnahmen: Maßnahmen sind oft oberflächlich, wie die Einführung von Kickertischen oder bunten Büromöbeln, ohne tiefgreifende strukturelle Änderungen.
  2. Unveränderte Hierarchien: Die Organisationsstruktur bleibt unverändert, wobei Entscheidungen weiterhin von oben nach unten getroffen werden und die Mitarbeiter wenig bis gar keinen Einfluss haben.
  3. PR und Imagepflege: Der Fokus liegt mehr auf der Außendarstellung und dem Marketing als auf echten Verbesserungen im Arbeitsalltag.
  4. Kurzfristige Ansätze: Maßnahmen sind oft kurzfristig und dienen eher dazu, einen modernen Eindruck zu erwecken, ohne nachhaltige Veränderungen zu bewirken
 

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Gründe für New Work Washing

Unternehmensziele vs. Mitarbeiter*inneninteressen

Ein Hauptgrund für New Work Washing liegt im Konflikt zwischen wirtschaftlichen Unternehmenszielen und den Interessen der Mitarbeiterinnen. Unternehmen priorisieren oft Maßnahmen, die das Image modern erscheinen lassen, um Kundinnen und Investor*innen zu beeindrucken, ohne echte Verbesserungen für die Belegschaft umzusetzen.

Druck von außen und fehlende Bereitschaft zur echten Veränderung

Externer Druck von Investor*innen, Wettbewerb und öffentlicher Meinung zwingt Unternehmen oft dazu, schnell sichtbare Änderungen vorzunehmen. Symbolische Maßnahmen sind einfacher und schneller umzusetzen als tiefgreifende Reformen, die Zeit und Bereitschaft erfordern, bestehende Strukturen und Hierarchien zu verändern. Dies führt zu oberflächlichen Anpassungen anstelle nachhaltiger Verbesserungen.

Auswirkungen von New Work Washing

Mitarbeiter*innenzufriedenheit

New Work Washing kann erhebliche negative Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen haben. Wenn Unternehmen oberflächliche Veränderungen als bedeutende Verbesserungen darstellen, fühlen sich viele Mitarbeiterinnen getäuscht und nicht ernst genommen. Eine Studie von Gallup zeigt, dass nur 15% der Arbeitnehmerinnen weltweit stark engagiert bei der Arbeit sind . Oberflächliche Maßnahmen, die keine echten Vorteile bringen, können zu Frustration und einem Gefühl der Enttäuschung führen, was letztlich die Motivation und Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen weiter senkt.

Produktivität

Eine geringe Mitarbeiterinnenzufriedenheit hat direkte Auswirkungen auf die Produktivität. Wenn sich Mitarbeiterinnen nicht wertgeschätzt oder unterstützt fühlen, sinkt ihre Bereitschaft, sich voll und ganz für das Unternehmen einzusetzen. Laut einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey können engagierte Mitarbeiter*innen die Produktivität um bis zu 21% steigern . New Work Washing, das keine echten Verbesserungen bringt, verhindert dieses Engagement und führt zu einer stagnierenden oder sogar sinkenden Produktivität.

Illustration eines Büros mit Mitarbeitern, die während einer Präsentation über New Work gelangweilt und desinteressiert wirken

Unternehmenskultur

New Work Washing kann die Unternehmenskultur negativ beeinflussen, indem es Misstrauen und Zynismus fördert. Wenn Mitarbeiter*innen den Eindruck haben, dass Veränderungen nur zum Schein eingeführt werden, verliert das Unternehmen an Glaubwürdigkeit. Dies kann zu einer toxischen Arbeitsatmosphäre führen, in der Misstrauen und mangelnde Zusammenarbeit vorherrschen. Eine authentische Unternehmenskultur, die auf Ehrlichkeit und echter Wertschätzung basiert, ist entscheidend für langfristigen Erfolg und Innovation.

Außenwahrnehmung

Auch die Außenwahrnehmung des Unternehmens kann unter New Work Washing leiden. Kundinnen, Investorinnen und potenzielle neue Mitarbeiter*innen erkennen oft die Diskrepanz zwischen dem propagierten Image und der Realität. Dies kann dem Ruf des Unternehmens schaden und es schwieriger machen, Talente zu gewinnen und zu halten. In Zeiten von Social Media und Arbeitgeberbewertungsplattformen wie Glassdoor und Kununu verbreiten sich negative Erfahrungen schnell, was die Außendarstellung weiter beeinträchtigen kann.

Wie Unternehmen echtes New Work umsetzen können

Ehrliche Bestandsaufnahme

Der erste Schritt zur Umsetzung von echtem New Work ist eine ehrliche Bestandsaufnahme der aktuellen Arbeitskultur und -praktiken. Unternehmen müssen sich die Zeit nehmen, ihre Stärken und Schwächen offen zu analysieren. Eine Studie von Deloitte zeigt, dass 94% der Führungskräfte glauben, dass Mitarbeiterengagement entscheidend für den Unternehmenserfolg ist, doch nur 36% haben Systeme zur Messung und Verbesserung implementiert.

Geschäftstreffen in einem modernen Büro mit Mitarbeitern, die an einer Präsentation der Ergebnisse einer Mitarbeiterbefragung teilnehmen.
Maßnahmen zur ehrlichen Bestandsaufnahme:
  • Mitarbeiterbefragungen: Anonyme Umfragen und Interviews, um ehrliches Feedback zu erhalten.
  • Analyse von Leistungsdaten: Überprüfung von KPIs und anderen Leistungsindikatoren.
  • Externe Audits: Einbeziehung von externen Berater*innen zur objektiven Bewertung der Unternehmenskultur.
Mitarbeiter*innenbeteiligung

Eine zentrale Säule von echtem New Work ist die aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen an Entscheidungsprozessen. Untersuchungen haben gezeigt, dass Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen einbeziehen, um 21% produktiver sind.

Maßnahmen zur Mitarbeiter*innenbeteiligung:
  • Regelmäßige Feedback-Runden: Etablierung von regelmäßigen Meetings, in denen Mitarbeiter*innen ihre Meinung äußern können.
  • Projektteams und Arbeitsgruppen: Bildung von interdisziplinären Teams, die gemeinsam an der Umsetzung neuer Arbeitsmethoden arbeiten.
  • Transparente Kommunikation: Offene und klare Kommunikation über alle Veränderungen und die Gründe dahinter.
Langfristige Strategien

Echte New Work-Initiativen müssen langfristig angelegt sein, um nachhaltig Wirkung zu zeigen. Kurzfristige Maßnahmen können zwar schnell sichtbare Ergebnisse liefern, führen jedoch selten zu tiefgreifenden Veränderungen.

Maßnahmen für langfristige Strategien:
  • Kontinuierliche Weiterbildung: Regelmäßige Schulungen und Fortbildungen, um Mitarbeiter*innen auf dem neuesten Stand zu halten und ihre Fähigkeiten zu erweitern.
  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Einführung flexibler Arbeitsmodelle, die sich an die individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter*innen anpassen.
  • Nachhaltige Investitionen: Investitionen in moderne Arbeitsumgebungen und Technologien, die langfristig die Arbeitsqualität verbessern.

Erfolgreiche Beispiele

Es gibt zahlreiche Unternehmen, die echte New Work-Prinzipien erfolgreich umgesetzt haben und als Vorbilder dienen können. Ein Beispiel ist die Automobilindustrie, insbesondere Unternehmen wie Volkswagen, die verstärkt auf agile Arbeitsmethoden und Mitarbeiter*innenbeteiligung setzen.

Rolle der Führungskräfte

Vorbildfunktion und Unterstützung

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der erfolgreichen Umsetzung von echtem New Work. Ihre Vorbildfunktion ist dabei von zentraler Bedeutung. Studien zeigen, dass Führungskräfte, die selbst authentisch und transparent handeln, das Engagement und die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter*innen signifikant steigern können. Laut einer Untersuchung von Gallup sind Teams mit hoch engagierten Führungskräften um 21% produktiver und 22% profitabler.

 

Maßnahmen zur Unterstützung durch Führungskräfte:
  • Vorbildliches Verhalten: Führungskräfte sollten die Prinzipien von New Work selbst vorleben, indem sie flexible Arbeitszeiten nutzen, offen kommunizieren und innovative Arbeitsmethoden anwenden.
  • Schulungsprogramme: Führungskräfte müssen kontinuierlich geschult werden, um die Fähigkeiten zu entwickeln, die für die Unterstützung und Förderung von New Work notwendig sind. Eine Studie der Harvard Business Review zeigt, dass 70% der Führungskräfte der Meinung sind, dass ihnen die notwendigen Fähigkeiten für effektive Führung in einer digitalen Arbeitswelt fehlen.
  • Unterstützung und Förderung: Führungskräfte sollten aktiv die Entwicklung ihrer Mitarbeiter*innen fördern, durch regelmäßige Feedback-Gespräche und die Bereitstellung von Ressourcen für Weiterbildung. Dies stärkt nicht nur die individuellen Fähigkeiten, sondern trägt auch zur Gesamtproduktivität und Innovationskraft des Unternehmens bei.

Durch ihre Vorbildfunktion und gezielte Unterstützung können Führungskräfte den Wandel hin zu echtem New Work maßgeblich vorantreiben und eine Kultur des Vertrauens und der Zusammenarbeit schaffen.

Hier ein Lesetipp, um noch mehr über New Work Washing zu erfahren .

Maßnahmen gegen New Work Washing

Audits und Feedback-Mechanismen

Regelmäßige Audits und robuste Feedback-Mechanismen sind entscheidend, um New Work Washing zu verhindern. Interne und externe Audits helfen, die tatsächlichen Arbeitsbedingungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass behauptete New Work-Praktiken wirklich umgesetzt werden. Kontinuierliche Feedback-Mechanismen wie anonyme Mitarbeiterinnenumfragen und regelmäßige Feedback-Gespräche ermöglichen es, die Meinungen und Bedenken der Mitarbeiterinnen zu erfassen und darauf zu reagieren. Diese Maßnahmen fördern eine transparente und offene Kommunikation und tragen dazu bei, dass das Unternehmen auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeiter*innen eingeht.

Transparenz und offene Kommunikation

Transparenz und offene Kommunikation sind unerlässlich, um Vertrauen innerhalb der Belegschaft zu schaffen und New Work Washing zu verhindern. Unternehmen müssen klar und ehrlich über ihre Ziele, Maßnahmen und Fortschritte informieren. Eine offene Kommunikation über Unternehmensziele, Strategien und die Gründe hinter Entscheidungen stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter*innen und zeigt, dass ihre Meinungen und Anliegen ernst genommen werden. Dies fördert eine authentische und nachhaltige Unternehmenskultur und sorgt dafür, dass New Work-Initiativen echten Mehrwert bringe

FAQ - Häufige Fragen

New Work Washing bezeichnet die Praxis, bei der Unternehmen vorgeben, moderne Arbeitsmethoden nach dem Prinzip von New Work einzuführen, jedoch nur oberflächliche Änderungen vornehmen, die hauptsächlich der Imagepflege dienen.

New Work Washing erkennt man an symbolischen Maßnahmen ohne tiefgreifende Veränderungen, unveränderten Hierarchien und einer Diskrepanz zwischen der Außendarstellung und den tatsächlichen Arbeitsbedingungen.

New Work Washing kann zu Frustration, sinkender Mitarbeiter*innenzufriedenheit und geringerer Produktivität führen. Es fördert Misstrauen und kann die Unternehmenskultur negativ beeinflussen.

Durch regelmäßige Audits, robuste Feedback-Mechanismen, transparente Kommunikation und aktive Einbindung der Mitarbeiter*innen können Unternehmen sicherstellen, dass ihre New Work-Initiativen echt und nachhaltig sind.

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